Mallorca ist weit mehr als Sonne und Strand. Die Insel vereint eine Hauptstadt mit einer der beeindruckendsten gotischen Kathedralen Europas, eine zum Weltkulturerbe zählende Bergkette und einige der schönsten Buchten des Mittelmeers. Der Fehler des durchschnittlichen Besuchers ist, in einem Hotel an der Bucht von Palma oder in Magaluf zu bleiben und die echte Insel nie zu sehen. Dieser Ratgeber ordnet sie nach Zonen, damit du zwei oder drei Tage oder eine ganze Woche optimal nutzt.
Die Insel ist groß und sehr vielfältig: die Bucht von Palma und der Süden mit den großen Stränden, die Serra de Tramuntana im Nordwesten (Berge, Steindörfer und schwindelerregende Straßen), der Osten mit den Höhlen und den postkartenreifen Buchten, und der Norden mit Alcúdia und dem Kap Formentor. Mit einem Auto und guter Planung sieht man fast alles ohne Stress.
Wie viele Tage du brauchst
Zwei oder drei Tage reichen für das Wesentliche: ein Tag für Palma, einer für die Tramuntana (Valldemossa, Sóller und die Aussichtspunkte) und ein dritter für die Höhlen und Buchten im Osten. Eine Woche ist der Luxus: du fügst den Norden hinzu (Alcúdia, Pollença, Formentor), mehr Buchten und entspannte Strandzeit. Weniger als zwei Tage sind zu knapp: die Insel genießt man langsam.
Wann man Mallorca besuchen sollte
| Zeitraum | Urteil | Warum |
|---|---|---|
| Mai und Juni | Ideal | Gutes Wetter, sich erwärmendes Meer, noch ruhige Buchten |
| September und Oktober | Ideal | Warmes Wasser, weniger Menschen, niedrigere Preise |
| Juli und August | Überlaufen | Hitze, volle Buchten und hohe Preise; alles reservieren |
| Januar und Februar | Mandelblüte | Wunderschöne Landschaft, aber viele Orte an der Küste geschlossen |
| März, April, November | Ruhig | Gut zum Wandern in der Tramuntana; kaltes Meer |
⭐ Tipp: die berühmtesten kleinen Buchten (Caló des Moro, Cala Varques) haben verschwindend kleine Parkplätze und sind im Sommer völlig überlaufen. Komm vor 9:00 Uhr oder besuche sie außerhalb der Hochsaison.
Anreise und Fortbewegung
Mit dem Flugzeug ist der Flughafen von Palma einer der belebtesten Europas und liegt 8 km vom Zentrum entfernt (Bus oder Taxi). Mit der Fähre von Barcelona, Valencia oder Dénia (3:30 bis 8 Stunden je nach Schiff), ideal, wenn du dein eigenes Auto mitnehmen möchtest.
Auf der Insel angekommen, miete ein Auto: Es ist nahezu unverzichtbar für die Tramuntana und die Buchten, die der öffentliche Nahverkehr nur schlecht erreicht. Palma hat gute Stadtbusse, und von der Hauptstadt aus fährt der hundert Jahre alte Holzzug nach Sóller (1912), ein Erlebnis für sich. Reserviere das Auto im Sommer frühzeitig: es wird knapp und teurer.
Palma
Beginne mit der Kathedrale von Mallorca (La Seu), gotisch und zum Meer hin ausgerichtet, mit dem Eingriff von Gaudí und der Keramikkapelle von Miquel Barceló. Daneben der Almudaina-Palast. Verlier dich in der Altstadt mit herrschaftlichen Innenhöfen und engen Gassen, dem Passeig del Born, den Arabischen Bädern, und steig hinauf zum Castell de Bellver, einer einzigartigen runden Burg mit Blick auf die Bucht. Zum Essen und Ausgehen eignet sich das Viertel Santa Catalina mit seinem Markt.
Die Serra de Tramuntana
Die bergige Seite der Insel, Weltkulturerbe für ihre Kulturlandschaft aus Terrassen und Olivenhainen:
- Valldemossa, mit der Kartause, in der Chopin und George Sand den Winter verbrachten.
- Deià, ein Künstlerdorf, das über dem Meer thront.
- Sóller und sein Port de Sóller, verbunden durch eine klassische Straßenbahn; erreichbar mit dem Holzzug von Palma aus.
- Fornalutx, eines der schönsten Dörfer Spaniens.
- Die Straße nach Sa Calobra, mit dem berühmten "Krawattenknoten", die zum Torrent de Pareis hinabführt.
- Aussichtspunkte wie Sa Foradada und die Terrassen von Banyalbufar.
Höhlen und Buchten im Osten
Der Osten vereint die Höhlen und die postkartenreifen Buchten. Die Drachenhöhlen (Porto Cristo) besitzen einen der größten unterirdischen Seen Europas, mit einem Konzert klassischer Musik im Boot. In der Nähe Buchten wie Cala Mondragó (Naturpark), das ikonische Caló des Moro, Cala Varques oder, im Süden, der lange, wilde Strand von Es Trenc.
Der Norden: Alcúdia und Formentor
Im Norden die ummauerte Stadt Alcúdia (mit dem römischen Pollentia daneben), die langen familienfreundlichen Strände von Muro und Alcúdia, das Dorf Pollença mit seinen 365 Stufen des Calvari, und das spektakuläre Cap de Formentor, der Leuchtturm am Ende der Bergkette (im Sommer ist die Anfahrt mit dem Auto eingeschränkt; es gibt einen Shuttlebus).
Wo man übernachtet
Palma ist die vielseitigste Basis: Stadt, Kultur und gut angebunden. Die Tramuntana (Sóller, Deià) ist ideal, wenn du Berge und charmante Dörfer suchst. Der Norden (Alcúdia, Pollença) und der Osten (Porto Cristo, Cala d'Or) sind perfekt für Familienstrände. Meide Magaluf oder s'Arenal, außer du kommst für Pauschalsonne und Party: du würdest die Insel verpassen.
Essen auf Mallorca
Die mallorquinische Küche ist bäuerlich und maritim geprägt. Unverzichtbar: die Ensaïmada (das Spiralgebäck, auch herzhaft mit Sobrasada), die Sobrasada (Wurst aus Schweinefleisch und Paprika), das Pa amb oli, der Tumbet (Ofengemüse), das Frit mallorquí und der Arròs brut. Zum Trinken Weine aus Binissalem und mallorquinischen Kräuterlikör als Digestif.
⚠️ Hinweis: an der ersten Reihe der touristischen Zonen an der Bucht dominieren Restaurants mit internationaler Speisekarte. Suche Cellers und Dorfrestaurants im Landesinneren (Sineu, Algaida), um echte mallorquinische Küche zu essen.
Was wir NICHT empfehlen
- Nur in der Bucht von Palma oder in Magaluf bleiben. Du verpasst die beste Insel: Tramuntana, Buchten und Dörfer.
- Sa Calobra befahren, wenn dir bei Bergstraßen übel wird. Spektakulär, aber mit extremen Kurven; erwäge einen organisierten Ausflug.
- Mittags im August zu den kleinen Buchten fahren. Ohne Parkplatz und überfüllt; fahre früh am Morgen.
- Die Insel ohne Auto erkunden. Der öffentliche Nahverkehr erreicht das Beste nicht gut.
Typische Fehler der Besucher
⚠️ Hinweis: die Fehler, die wir am häufigsten sehen.
- Das Auto im Sommer zu spät reservieren. Es wird knapp und der Preis schießt in die Höhe.
- Versuchen, alles in zwei Tagen zu sehen. Die Insel ist groß; wähle Zonen.
- Die Tramuntana auslassen. Sie ist es, die Mallorca von einem gewöhnlichen Strandziel unterscheidet.
- Die Drachenhöhlen nicht reservieren. Die Tickets mit Konzert sind in der Saison schnell ausverkauft.
Termine, die man einplanen sollte
- Mandelblüte (Januar-Februar). Die Insel färbt sich weiß und rosa; eine wunderschöne Landschaft außerhalb der Saison.
- Sant Sebastià (Januar). Das Stadtfest von Palma, mit Feuern und Konzerten in der ganzen Stadt.
- Sommerfestivals. Klassische Musik in Pollença und Deià, und eine Konzertsaison auf der ganzen Insel.
In einem Satz
Mallorca ist Palma, eine Bergkette als Weltkulturerbe und traumhafte Buchten: In zwei oder drei Tagen siehst du das Wesentliche, nach Zonen aufgeteilt; in einer Woche die ganze Insel ohne Eile.