Zwei Tage in Granada sind knapp bemessen. Nicht zu wenig, um gar nicht erst hinzufahren, aber auch nicht die drei oder vier Tage, die die Stadt eigentlich verlangt. Hast du nur 48 Stunden und möchtest am Ende etwas von Granada verstanden haben — nicht nur fotografiert —, ist dieser Guide genau dafür gedacht.
Die Falle bei Granada ist zu glauben, es gehe nur um die Alhambra. Die Alhambra mag das Meisterwerk der nasridischen Kunst sein, aber die Seele der Stadt liegt weiter unten: in den Gassen des Albaicín, in den Tabernas der Calle Navas, in einem Licht, das dreimal am Tag die Farbe wechselt. Wer nur die Alhambra gesehen hat, hat ein Monument gesehen, keine Stadt. Diese Route setzt voraus, dass du mit Plan anreist: Du weißt, dass man das Ticket Wochen im Voraus buchen muss und nicht die ganze Reise in Warteschlangen verbringen möchte.
Warum zwei Tage knapp sind (und trotzdem funktionieren)
Ein Tag bedeutet, sich zwischen der Alhambra und allem anderen entscheiden zu müssen. Und "alles andere" ist weit mehr als eine Ergänzung: der Albaicín bei Sonnenuntergang, die Tapas in der Calle Navas, die Königliche Kapelle, in der die Katholischen Könige nur einen Meter von dir entfernt begraben liegen, die barocke Cartuja am Stadtrand, eine Zambra-Nacht in Sacromonte. All das für die Alhambra zu opfern ist, als würde man nach Rom fahren und nur das Kolosseum sehen.
Drei Tage wären ideal — dann würden ein Vormittag in der Sierra Nevada oder ein Ausflug in die Alpujarra hineinpassen —, aber zwei gut organisierte Tage reichen für das Wesentliche. Dieser Guide lässt bewusst den Wissenschaftspark, das Hammam Al Ándalus und die Huerta de San Vicente aus: In 48 Stunden passen sie nicht hinein, ohne etwas Wichtigeres zu opfern.
Wann man Granada besuchen sollte
| Zeitraum | Urteil | Warum |
|---|---|---|
| März bis Juni | Ideal | Schneebedeckte Sierra Nevada im Hintergrund, Gärten des Generalife in Bestform |
| September und Oktober | Ideal | Angenehme Temperaturen, Herbst im Albaicín und im Generalife |
| November | Unterschätzt | 10–18 °C, deutlich weniger Andrang, niedrige Preise |
| Dezember und Januar | Gut gehütetes Geheimnis | Trockene Kälte, glasklare Morgen, weiße Sierra gegenüber |
| Juli und August | Meiden | 38–40 °C, die Alhambra in der Mittagssonne ist purer Stress |
⭐ Tipp: Müssten wir uns auf einen einzigen Monat festlegen, wäre es der November. Herbstfarben, deutlich weniger Andrang und warmes Licht über dem Albaicín.
Anreise
Mit dem AVE ab Madrid. Die beste Option, wenn du aus dem Zentrum der Halbinsel kommst: 3 Std. 15 Min. bis 3 Std. 30 Min., vier Verbindungen täglich. Drei bis vier Wochen im Voraus gekauft, Grundtarif ab 26–30 €; am Schalter am selben Tag kann es bis zu 80 € kosten. Der Bahnhof liegt 25 Gehminuten vom Zentrum entfernt oder 7 € mit dem Taxi. Ab Barcelona gibt es einen direkten AVE täglich, aber die Fahrt dauert über 6 Stunden: Da lohnt sich eher das Flugzeug.
Mit dem Flugzeug. Der Flughafen Federico García Lorca liegt 17 km vom Zentrum entfernt, mit Direktflügen nach Madrid, Barcelona, Palma und europäischen Anschlüssen. Alsa-Buslinie 245 ins Zentrum: 45 Minuten, 3,10 €. Taxi 30–35 €, 25 Minuten.
Mit dem Auto. Die Anreise ist einfach; im Zentrum zu parken, ein Albtraum. Ein großer Teil des Zentrums ist Umweltzone mit Kameras und automatischem Bußgeld, öffentliche Parkhäuser kosten 25–30 €/Tag.
⚠️ Hinweis: Lass das Auto im Hotelparkplatz oder in Parkhäusern am Stadtrand wie San Agustín oder Puerta Real und bewege dich zu Fuß. Versuche nicht, mit dem Auto in den Albaicín zu fahren. Die Umweltzone ist nicht optional: Die Kameras lesen das Kennzeichen, und das Bußgeld kommt per Post nach Hause.
Mit dem Bus. Alsa verbindet Granada mit praktisch ganz Spanien. Der Busbahnhof liegt 20 Gehminuten entfernt (Linie 33, 1,40 €). Besonders nützlich ab Málaga (1 Std. 30 Min.) und Sevilla (3 Std.).
Die 2-Tage-Route mit Plan
Der Aufbau ist nicht verhandelbar: die Alhambra am ersten Tag, der Albaicín am Ende des ersten Tages, Zentrum und Cartuja am zweiten Tag. Umgekehrt zu machen verschärft die Erschöpfung, denn die Alhambra ist die längste und anstrengendste Besichtigung.
⚠️ Hinweis: Bevor du weiterliest, buche das Alhambra-Ticket. Offizielle Seite tickets.alhambra-patronato.es, Generaleintritt 22,27 € (Nasridenpaläste, Alcazaba und Generalife, inkl. Servicegebühr). Sie sind drei bis vier Wochen im Voraus ausgebucht, vor allem im Frühling und Herbst. Die zugewiesene Uhrzeit für die Nasridenpaläste ist verbindlich: Kommst du zu spät, kommst du nicht hinein.
Und wenn schon alles ausgebucht ist? Passiert jede Woche. Es gibt ehrliche Alternativen: eine Nachtbesichtigung der Nasridenpaläste (12 €), separat verkauft und oft verfügbar, wenn die Tagesbesichtigung ausgebucht ist; oder eine geführte Kleingruppenbesichtigung mit einem autorisierten Anbieter, der Ticketkontingente reserviert und sie mit offiziellem Guide verkauft (teurer, 45–65 €, aber du kommst sicher hinein und verstehst, was du siehst).
⚠️ Hinweis: Was du NICHT tun solltest, ist auf anonymen Wiederverkaufsseiten zu kaufen. Meist handelt es sich um gefälschte oder doppelt vergebene Tickets — das Patronato verlangt am Eingang einen Ausweis, und stimmt der Name nicht überein, kommst du nicht hinein.
Tag 1: Alhambra, Albaicín und Sacromonte
| Uhrzeit | Aktivität |
|---|---|
| 8:30 – 12:30 Uhr | Komplette Alhambra |
| 12:30 – 14:00 Uhr | Abstieg ins Zentrum |
| 14:00 – 16:00 Uhr | Tapas-Essen in der Calle Navas |
| 16:00 – 19:00 Uhr | Carrera del Darro und Aufstieg in den Albaicín |
| 19:30 – 21:00 Uhr | Mirador San Nicolás (Sonnenuntergang) |
| 21:30 – 23:30 Uhr | Sacromonte und Zambra |
8:30 – 12:30 Uhr | Die Alhambra
Buche das erste Zeitfenster mit Nasriden-Zugang zwischen 9:00 und 9:30 Uhr: weniger Hitze, weniger Menschen, besseres Licht. Wir empfehlen, gegen den Touristenstrom zu gehen, um Gruppen auszuweichen. Beginne mit der Alcazaba, der militärischen Festung und dem ältesten Teil, steig zum Torre de la Vela hinauf für die besten Ausblicke auf Granada und die Sierra Nevada (45–60 Minuten). Danach die Nasridenpaläste, 15–20 Minuten vor deiner zugewiesenen Uhrzeit ankommen — Myrtenhof, Comares-Saal, Löwenhof. Was wie Zeichnungen an den Wänden aussieht, sind kufische Inschriften mit Gedichten von Ibn Zamrak, also schau nach oben (90 Minuten). Zum Abschluss der Generalife: Patio de la Acequia, Wassertreppe, Gärten (60–75 Minuten). Realistische Gesamtzeit: 3 Std. 30 Min. bis 4 Stunden. Bring Wasser und bequeme Schuhe mit. Möchtest du dich vorher genauer informieren, haben wir einen eigenen Guide zum Besichtigen der Alhambra mit allen Details zu Tickets, Nasriden-Uhrzeit und typischen Fehlern.
12:30 – 14:00 Uhr | Abstieg ins Zentrum
Über die Cuesta de Gomérez zur Plaza Nueva, 15 Minuten. Willst du nicht laufen, fährt der Bus C30 direkt ins Zentrum.
14:00 – 16:00 Uhr | Essen in Navas oder Elvira
Die Stunde der Wahrheit in Granada: Tapas sind kostenlos zum Getränk. Du bestellst ein Bier (1,80–2,50 €) und bekommst eine großzügige Tapa dazu. Mit drei oder vier Bieren isst du schon ordentlich.
Die Calle Navas bündelt viele der besten Theken. Bar Los Diamantes (Navas, 28) ist ein Klassiker für frittierten Fisch, laut, sehr lokal geprägt. Casa Julio (Calle Hermosa, 5) macht die besten frittierten Sardellen der Stadt. In der Elvira serviert La Riviera (Elvira, 30) aufwendigere Tapas. Willst du einen Platz ergattern, komm vor 14:00 Uhr oder nach 15:30 Uhr.
16:00 – 19:00 Uhr | Carrera del Darro und Albaicín
Zurück zur Plaza Nueva und Beginn der Carrera del Darro flussaufwärts. Wahrscheinlich die schönste Straße Granadas: der Darro links, Häuser mit Wappen, kleine Brücken, die Alhambra am rechten Hang. Die meisten überqueren sie in 10 Minuten, dabei lohnt sich ein Halt. Auf halber Strecke der Bañuelo (Carrera del Darro, 31), arabische Bäder aus dem 11. Jahrhundert: 5 €, Dienstag bis Sonntag, 20 Minuten Besichtigung, sehr gut erhalten. Die Straße endet am Paseo de los Tristes, mit der Alhambra direkt darüber.
Um in den Albaicín hinaufzugehen, hast du zwei Optionen: zu Fuß über die Cuesta del Chapiz (20–25 Minuten steil bergauf, Aussicht wird immer besser) oder Bus C32 ab Plaza Nueva (1,40 €, hält in 10 Minuten nahe am Mirador de San Nicolás).
19:30 – 21:00 Uhr | Mirador de San Nicolás (oder San Cristóbal)
Der Mirador de San Nicolás ist die Standard-Postkarte: die gesamte Alhambra mit der Sierra Nevada dahinter. Der Bill Clinton zugeschriebene Satz vom "schönsten Sonnenuntergang der Welt" ist längst Klischee, aber der Ort ist es wert. Komm 30–45 Minuten vor Sonnenuntergang.
⚠️ Hinweis: Aufdringliche Straßenverkäufer, Musiker auf Trinkgeldsuche, Touristen mit Drohnen (lästig und über der Alhambra verboten). Nimmt dir das die Magie, geh 10 Minuten weiter zum Mirador de San Cristóbal: Du siehst mehr vom Norden Granadas und den Dächern des Albaicín, mit deutlich weniger Menschen.
21:30 – 23:30 Uhr | Sacromonte und Zambra
Der Flamenco Granadas unterscheidet sich vom sevillanischen. Hier heißt er Zambra und entstand in den Höhlen von Sacromonte: intimer, weniger choreografiert, mit Elementen der alten Roma-Hochzeit. Drei Referenzhöhlen, begrenzte Kapazität:
- Cueva de la Rocío (Camino del Sacromonte, 70). Familie Maya, eine der ersten Zambras des Viertels. Abendvorstellungen ab 20:00 Uhr. Show plus Getränk: 28–30 €.
- Cuevas Los Tarantos (Camino del Sacromonte, 9). Gegründet 1972. Show mit Getränk rund 26 €.
- Zambra María la Canastera (Camino del Sacromonte, 89). Die symbolträchtigste unter Kennern. Ab 22–26 € mit Getränk.
⭐ Tipp: Buche einige Tage im Voraus. Gehst du freitags oder samstags, gibt es am selben Tag keine Plätze mehr. Und geh nicht allein spätnachts zu Fuß zurück: Das Viertel ist sicher, aber die Wege sind schlecht beleuchtet; nimm ein Taxi (5–7 €) oder geh in der Gruppe.
Tag 2: Historisches Zentrum und Cartuja
| Uhrzeit | Aktivität |
|---|---|
| 9:30 – 11:30 Uhr | Königliche Kapelle und Kathedrale |
| 11:30 – 13:00 Uhr | Alcaicería, Bib-Rambla, Madraza, Corral del Carbón |
| 14:00 – 16:00 Uhr | Essen im Realejo |
| 16:30 – 18:00 Uhr | Kloster La Cartuja |
| 18:30 – 23:00 Uhr | Letzter Nachmittag, Spaziergang und Abendessen |
9:30 – 11:30 Uhr | Königliche Kapelle und Kathedrale
In der Königlichen Kapelle (Calle Oficios, s/n) sind Isabella und Ferdinand, die Katholischen Könige, begraben, zusammen mit ihrer Tochter Johanna der Wahnsinnigen und ihrem Schwiegersohn Philipp dem Schönen. Du stehst einen Meter von den Königen entfernt, die 1492 die Reconquista abschlossen. Klein, aber dicht: Grabmäler aus Carrara-Marmor von Fancelli, schmiedeeisernes Gitter von Bartolomé de Jaén, Museum mit Krone und Zepter Isabellas und flämische Tafeln mit Werken von Memling, van der Weyden und Christus am Ölberg von Botticelli. Beeindruckende künstlerische Dichte. Eintritt 7 €, kostenloser Audioguide per QR-Code. 60–75 Minuten.
Direkt daneben die Kathedrale: Renaissance, innen weiß, spektakulär hell. Der unvollendete Turm nimmt ihr äußere Symmetrie, aber das Innere macht das wett. Eintritt 6 €, geöffnet Montag bis Samstag ca. 10:00–18:30 Uhr.
Hinweis: Dienstags haben Einheimische aus Granada den ganzen Tag freien Eintritt in die Kathedrale und zwischen 14:00 und 18:00 Uhr in die Königliche Kapelle. An diesen Tagen ist mehr los.
11:30 – 13:00 Uhr | Alcaicería, Bib-Rambla, Madraza und Corral del Carbón
Die Alcaicería direkt am Ausgang der Kathedrale ist, was vom alten arabischen Basar übrig ist — aber Achtung: heute ist es purer Tourismus (Magnete, Keramikimitate, Tücher). Sieht auf Fotos gut aus, ohne Geld auszugeben durchlaufen. Die Plaza Bib-Rambla, traditioneller Blumenplatz, war früher Schauplatz öffentlicher Hinrichtungen und Autodafés. Ein Bier auf einer Terrasse ist vertretbar; hier essen nicht, die Preise sind touristisch.
Ein paar Schritte weiter der Palacio de la Madraza (Oficios, 14): die alte islamische Universität des 14. Jahrhunderts mit restauriertem nasridischen Gebetssaal, kostenlos (15 Minuten). Und der Corral del Carbón (Mariana Pineda), das einzige erhaltene nasridische Lagerhaus Spaniens: klein, kostenlos, fünf Minuten, aber Portal und Innenhof rechtfertigen den Umweg.
14:00 – 16:00 Uhr | Essen im Realejo
Wechsle ins Realejo, das ehemalige jüdische Viertel, 5 Gehminuten von der Reyes Católicos entfernt. Die Preise sinken gegenüber dem Zentrum, die Küche wird besser. Die Calle Molinos und der Campo del Príncipe sind voller Tabernas mit Tapas.
Bestelle mit Bedacht: plato alpujarreño (Schinken, Lendenwurst, Blutwurst, Longaniza, Ei und Bratkartoffeln nach Armeleuteart, deftig zum Teilen), remojón granadino (Salat mit Kabeljau, Orange und Oliven) oder Tortilla del Sacromonte (mit Hirn und Lammhoden, nicht für jeden, aber das identitätsstiftendste Gericht). Ehrliche Adressen: Bodegas Castañeda (Almireceros, 1-3) und Taberna La Tana (Placeta del Agua, 3), wenn du das Niveau anheben möchtest.
16:30 – 18:00 Uhr | Kloster La Cartuja
Die wichtigste Empfehlung dieses Guides und die, die die meisten Besucher verpassen: Das Kloster La Cartuja liegt außerhalb des Zentrums, weshalb 80 % der Touristen es auslassen. Das ist ein Fehler. Es ist einer der Höhepunkte des spanischen Barock: Die 1742 fertiggestellte Sakristei ist ein Rausch aus weißem und rotem Marmor, Stuck und bemalten Gewölben. Der Tabernakel mit seiner Spiegelkammer gehört zu den hypnotischsten Dingen Andalusiens.
Bus 8 ab Gran Vía (15 Minuten, 1,40 €) oder 30 Minuten zu Fuß über eine mäßige Steigung. Eintritt 7 €. Öffnungszeiten: Sonntag bis Freitag 10:00–18:30 Uhr, Samstag 10:00–12:15 Uhr und 15:00–17:30 Uhr. Besichtigung 60–75 Minuten.
18:30 – 23:00 Uhr | Letzter Nachmittag und Abendessen
Ein ziellosen Spaziergang durch Plaza Nueva, Calle Elvira und Pasaje de las Flores — Granada hat am späten Nachmittag ein goldenes Licht, das die Mauern des Albaicín verändert. Fürs Abendessen empfehlen wir, das Tapas-Format zu überspringen: Restaurante Damasqueros (Damasqueros, 3, Realejo) bietet zeitgenössische Küche aus Granada mit Degustationsmenü für 45–55 €; Carmen Mirador de Aixa (Carril de San Agustín, 2) ist ein traditioneller Carmen mit Blick auf die beleuchtete Alhambra, teuer (60–80 €), aber ein Erlebnis. Süßer Abschluss: ein Pionono bei Casa Ysla (Acera del Casino, 5).
Wo man in Granada übernachtet
Granada ist kompakt, aber die Wahl des Viertels verändert das Erlebnis stark.
Empfohlen. Das Zentrum / Plaza Nueva–Gran Vía ist am praktischsten: 5 Gehminuten von allem entfernt, 3–4-Sterne-Hotels für 90–180 €/Nacht in der Saison, was wir für zwei Tage empfehlen. Das Realejo bietet lokale Atmosphäre, bessere Restaurants und nachts ruhige Straßen, 10 Gehminuten vom Zentrum. Der untere Albaicín (Gegend Carrera del Darro) ist ideal, um sich in Granada zu verlieben und mit Blick auf die Alhambra aufzuwachen: Boutique-Hotels, Cármenes, teuer und steil, aber unvergleichliches Erlebnis. Der obere Sacromonte nur, wenn du etwas anderes suchst: Höhlenhäuser mit Aussicht, weit vom Zentrum entfernt.
Zu meiden. Recogidas / Camino de Ronda (modernes, kommerzielles Granada ohne historischen Charakter), Zaidín (Wohngebiet im Süden, weit von allem entfernt) und Hotels am Kongresspalast oder am Bahnhof (praktisch für An- und Abreise, unpersönlich für Besucher).
Essen in Granada: drei Regeln
Drei Grundsätze, die vor Ärger schützen:
- Die Tapa ist kostenlos zum Getränk. Bekommst du sie irgendwo nicht dazu, ist der Ort nicht für Einheimische: geh weiter.
- Echte Öffnungszeiten: Mittagessen 14:00–16:00 Uhr, Abendessen 21:00–23:00 Uhr. Vor 13:30 Uhr sind die Lokale leer.
- Der Bierpreis verrät den Ort. Ehrliche Taberna aus Granada: 1,80–2,50 €. Verlangt man dir 3,50 € ab, ist es touristisch.
⚠️ Hinweis: Fallen, die du meiden solltest — Restaurants mit laminierter Speisekarte in fünf Sprachen gegenüber der Alhambra oder an der Plaza Nueva, Restaurants mit Anwerbern an der Tür, Orte, die "authentische Tapas, jede anders" bewerben (die Tapa wählt das Haus, das ist gerade der Witz daran).
Was wir NICHT empfehlen
1. Die Alhambra mittags im Sommer. Temperaturen über 35 °C, Warteschlangen in praller Sonne, Licht, das Fotos verbrennt. Kannst du nur im Sommer, dann früh am Morgen (8:30–9:00 Uhr) oder Nachtbesichtigung ab 22:00 Uhr.
2. Das "Sacromonte-Touristenbus-Paket". Pakete, die dich im Hotel abholen, dich in eine Höhle mit festem Menü und einer verwässerten Show bringen. Flamenco für Ausländer, ohne Seele. Geh auf eigene Faust zur Cueva de la Rocío, zu Los Tarantos oder María la Canastera.
3. In Restaurants an der Plaza Nueva oder gegenüber der Alhambra essen. Preise 40 % höher, Qualität 50 % niedriger. Geh fünf Minuten weiter, und alles ändert sich.
4. Der "Touristenzug Granada City Tour". In einer so kompakten Stadt sinnlos. Du zahlst dafür, in einem unbequemen Zug das zu tun, was du zu Fuß oder mit dem Bus für ein Zehntel des Preises besser machen würdest.
5. Ohne Ticket zur Alhambra hinaufgehen und "sehen, was geht". Der kostenlose Bereich ist für 20 Minuten in Ordnung, aber nur dafür ganz hinaufzugehen, ist absurd. Die Alhambra sind die Nasridenpaläste; gehst du nicht hinein, steig gar nicht erst hinauf.
6. Für den Eintritt zum Mirador de San Nicolás bezahlen. Er ist öffentlich und kostenlos. Wer für eine "exklusive Führung zum Mirador" Geld verlangt, ist ein Anwerber.
7. Alhambra-Tickets auf anonymen Wiederverkaufsseiten kaufen. Meist gefälscht, doppelt vergeben oder auf einen anderen Namen ausgestellt. Das Patronato verlangt einen Ausweis; stimmt der nicht überein, kommst du nicht hinein. Nur zwei sichere Wege: die offizielle Seite oder eine geführte Tour eines autorisierten Anbieters mit inbegriffenem Eintritt.
Typische Fehler von Besuchern
⚠️ Hinweis: Das sind die Fehler, die wir jede Woche beobachten. Vermeidest du sie, verändert sich die Reise.
1. Das Alhambra-Ticket nicht im Voraus buchen. Der häufigste Fehler, wöchentlich wiederholt. Ohne die Nasridenpaläste bleibt Granada unvollständig.
2. Zu spät zur Uhrzeit der Nasridenpaläste kommen. Null Toleranz: Ist deine Uhrzeit 10:30 Uhr, kommst du um 10:35 Uhr nicht mehr hinein. Komm 30 Minuten früher mit heruntergeladenem QR-Code.
3. Mit Stadtschuhen in den Albaicín hinaufsteigen. Gepflasterte, unebene und lange Steigungen. High Heels, dünne Sandalen oder glatte Sohlen sind keine gute Idee.
4. Zu europäischen Uhrzeiten essen. Um 13:00 Uhr haben viele Tabernas die Küche noch nicht geöffnet; um 19:00 Uhr genauso. Passt euch an oder esst aufgewärmte Häppchen.
5. Flamenco mit Zambra verwechseln. Die Zambra ist ein eigener Stil mit Wurzeln in der Roma-Hochzeit und der maurisch-Roma-Fusion des 16. Jahrhunderts. Kein "schlechterer" oder "besserer" Flamenco, sondern etwas anderes.
6. Alhambra und Kathedrale am selben Tag sehen wollen. Geht, ist aber pure Erschöpfung. Die Alhambra sind 4 anstrengende Stunden; die Königliche Kapelle und die Kathedrale brauchen einen frischen Kopf.
7. Im Zentrum parken und glauben, die Umweltzone sei optional. Die Kameras lesen das Kennzeichen, das Bußgeld kommt nach Hause. Hat dein Hotel keinen Parkplatz, lass das Auto außerhalb des Zentrums.
8. Die Zambra nicht reservieren. Kapazität von 60–100 Personen. Ohne Reservierung an einem Freitag oder Samstag zu kommen, heißt draußen zu bleiben.
Termine, die man im Blick behalten sollte
Granada hat drei Momente im Jahr mit eigenem Charakter:
- Karwoche (März oder April). Prozessionsmäßig intensiv, mit einzigartigen Kulissen: Bruderschaften, die durch den Albaicín oder den Sacromonte hinaufziehen. Volle Hotels, hohe Preise. Interessiert es dich, eine gute Wahl; wenn nicht, meide es.
- Toma de Granada (2. Januar). Erinnert an die Eroberung durch die Katholischen Könige 1492. Institutioneller Akt und Messe in der Königlichen Kapelle. Für Einheimische umstritten. Manche Monumente ändern ihre Öffnungszeiten.
- Internationales Musik- und Tanzfestival (Juni–Juli). Seit 1952. Klassische Konzerte an Schauplätzen wie dem Palast Karls V., dem Generalife oder dem Myrtenhof. Fällt es in deine Reisezeit, versuch Tickets zu bekommen.
In einem Satz
Granada in zwei Tagen heißt, mit Disziplin loszuziehen und mit dem Gefühl zurückzukommen, nur einen Teil gesehen zu haben — und genau das lässt dich wiederkommen. Willst du mehr, ist der nächste Schritt die Alpujarra: an die Sierra geschmiegte weiße Dörfer, Schieferdächer und eine Stille, an die sich in der Stadt niemand mehr erinnert.
Und reist du mit Kindern, findet sich im Guide Granada mit Kindern der angepasste Plan: reduzierte Alhambra, Wissenschaftspark und Eis bei Los Italianos.